Archiv der Kategorie: Fasching

Fasching 2026

Alte Tradition gemischt mit modernem am Faschingsdienstag in Untersotzbach

Nass, Laut, fröhlich, ausgelassen und geprägt von einer spürbar starken Dorfgemeinschaft. – so erlebte man den Faschingsdienstag in Untersotzbach.
Erst gingen die Kinder Süßigkeiten sammeln und werden so zufällig von dem Strohbär-Gefolge „eingefangen“. Tja, wer den Strohbär ärgert – bekommt es mit seinem Gefolge zu tun. Auch der Strohbär, sein Gefolge und die Hexen fordern an den Haustüren nach Eiern, Speck, Blutwurst, Geld- und Trinkspenden und ziehen so durch die Straßen. Diese Tradition ist ein fester Bestandteil der Fastnachtstradition.
Die Vorbereitungen für den Strohbären fingen schon mittags an. Erst wurde der Strohbär „ermittelt“. Das Glück oder auch Leid (ije nachdem aus welcher Perspektive man es sicht) hatte in diesem Jahr Rene Deschamps. Er wurde in Stroh eingewickelt. „Da steckt viel Arbeit drin, wir müssen unseren Strohbären komplett von den Füssen bis zum Kopf in Stroh einwickeln“ – erklärt Strohbär Führer Jörn Hofmann die Mühe, die sich die die 7 Jungs machten. Geeignetes Stroh – möglichst lang und nicht vom Mähdrescher zerkleinert – bekamen sie von Alexander Bien. Das der Strohbär dann in seiner „komischen“ angeboten an einer schweren Eisenkette Art durchs Dorf schreitet, hat damit zu tun, dass er einfach nicht anders laufen kann: Die Beine und die Arme sind mit unzähligem Stroh umwickelt. Demzufolge muss er breitbeinig und mit runterhängenden Armen laufen, denn die Knie kann er nicht krümmen und die Arme nicht heben / bewegen und zusätzlich trägt er das Gewicht von ca. 10 – 20 kg. „Bei diesem Regen-Wetter saugt sich das Stroh schnell mit Wasser voll und wird noch schwerer“ – hat Louis Hofmann dann doch irgendwo ein klein wenig Mitleid mit seinem Cousin. Dann endlich nach stundenlangem Binden folgte der Marsch durch Untersotzbach mit Stopp an jedem Haus, in Begleitung zahlreicher Kinder.
Die Hexen, die sind an diesem Faschingsdienstag immer schneller unterwegs. Gut – böse Zungen behaupten auch – die haben ja auch nicht so viel Arbeit, die sind gleich fertig. Kleider an, Körbe schnappen und los geht es. Sie trafen sich bereits um 13:00 Uhr um sich gemeinsam anzukleiden, sich kräftig zu stärken und mit einem großen Schluck für die innerliche Wärme zu sorgen, bevor sie dann mit lautem schrillen Gekichere loszogen. Die Untersotzbacher Hexen sind auch ganz liebe, sie sind nicht unterwegs, um Schauer zu bringen, sondern auch Eier, Speck usw. zu sammeln.
Auf die Sotzbacher Jugend können die Bürger stolz sein, dass sie mit solchen „Aktionen“ alte Traditionen bewahren und so kamen die Bürger der Einladung nach, um gemeinsam ein paar gemütliche Stunden im Jugendraum zu verbringen. Da das Wetter nicht mitspielte, fand alles im Jugendraum statt. Die Einnahmen der verkauften Getränke gehen am Ende auch an den Jugendraum. Die Räumlichkeiten und Träume der Jugendlichen können nur realisiert werden, wenn die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Jede noch so kleine „Finanzspritze“ hilft, Räume für die „Dorfkinder“ zu bewahren.
Noch mal ein riesengroßes Dankeschön an alle Helfer, die sich – egal mit was auch immer – eingebracht haben. „Wir danken Euch. Jeder weiß wofür. Es wäre zu viel, jetzt alle einzeln beim Namen zu nennen. Aber wir hoffen, dass sich diejenigen in unserem Dankestext wiederfinden und nächstes Jahr wieder mit dabei sind. Einfach noch mal ein riesengroßes DANKESCHÖN! Auch den Untersotzbachern, die trotz des nassen Wetters sich auf den Weg in Jugendraum machten, die uns jedes Jahr die Tür öffnen, diesen Nachmittag/Abend erst ermöglichen, und um das ganze Dorf zu unterstützen, “ – das Fazit dem Orga-Team.
„DANKE für all die kleinen „Wunder“ des Alltags, die durch jeden von euch Realität werden“ – Albert Schweitzer

Fasching 2024

Faschingsdienstag 2024

In Untersotzbach machen am Faschingsdienstag der Strohbär mit seinem Gefolge und die Hexen die Straßen unsicher

Ein letztes Mal bäumt sich die Fasnacht auf, bevor diese für ein ganzes Jahr in der Versenkung landet. Angeführt vom Strohbär mit seinen Strohbär-Treibern Yannis Brand und Lauri Greb zog der bunte Zug durch die Straßen von Untersotzbach. Mit lautem Gebrüll machten sich die Burschen auf den Weg von Haus zu Haus. Auch hörte man an diesem Nachmittag lautes Gekichere, dass von den Hexen kam, die sich durch die Straßen schlichen.

Am Faschingsdienstag zogen mittags erst viele kleine Faschingsfreudige in ihren einfallsreichen Kostümen von Haus zu Haus Die kleineren gingen mit Ihren Eltern und die größeren trauten sich allein auf Tour zu gehen. Auch die Eltern hatten ihren Spaß und bekamen statt Kamellen etwas Flüssiges für den Magen. Nahtlos ging es dann am DGH weiter. Junge Burschen trafen sich, um Robin Göltner in Stroh zu wickeln. Die Vorbereitungen waren dabei schon schweißtreibend. Das Binden hat sich im Laufe der Zeit durch den Wandel der Landwirtschaft und den neuen Erntemethoden zunehmend erschwert, da kaum noch ausreichend lange Halme übrigbleiben. „Die Schwierigkeit besteht heute darin, dass es nicht mehr so langes Stroh gibt und wir die kurzen Halme erst zusammenzurren müssen“ – bemerkte Yannis Brand kurz an. Es dauert auch schon einige Zeit, bis der Strohbär kunstvoll und sorgfältig mit Stroh umwickelt und mit Kordel gebunden ist. Behutsam gingen die jungen Männer vor, da das Stroh auch nicht zu fest gewickelt werden darf. Gegen 16:00 Uhr war es dann so weit. Der Strohbär und sein Gefolge bewegte sich und zeigte sich den Bürgern in seiner vollen Strohpracht. Sie kamen dabei ganz schön ins Schwitzen. Der Strohmantel, die Masken und auch die Hexengewänder halten warm, deshalb mussten alle unterwegs auch mit genügend Flüssigkeit versorgt werden. Waren zu früheren Zeiten die Hexen und das Strohbär-Gefolge für ein paar Stunden an diesem Mittag spinne feindlich gesinnt, ist es heute direkt anders und man harmoniert untereinander beim Einsammeln der Eier.

Wegen seiner „Gefährlichkeit“ wird der Strohbär an einer Kette durch den Ort geführt. Aber Obacht, es war dann doch so, dass der ein oder andere Jugendliche meinte, den Strohbär ärgern zu können, aber er wurde einer Besseren belehrt und so kam es, wie es kommen musste, er machte Bekanntschaft mit buntem Isolierband und wurde angebunden.

Durch das Brummen des Strohbär machten sie die Dorfbewohner auf sich aufmerksam. Diese kamen auch meistens mit einem Getränk, einer Spende, Eier oder Wurst aus dem Haus, die sie dem Strohbär-Gefolge und den Hexen übergaben.

Es kamen sehr viele Eier zusammen, plus Blutwurst und Speck – eine beachtliche Sammlung, die am Abend verbacken werden musste.

Zum Abschluss wurde der Strohbär dann verbrannt und die Untersotzbacher zum gemeinsamen Eierbacken hinter das DGH „aufgerufen“. Es wurde dann aus den gesammelten Eiern viele Omeletts gemacht und in gesellig-närrischer Runde zusammen gegessen und weiter gefeiert. „Ob jung oder alt, groß oder klein – ist doch immer wieder schön, wie die Dorfbewohner zusammenkommen und zusammen feiern. Das zeigt den Zusammenhalt unseres Ortes“ – freuten sich Jörn Hofmann und Dorothee Ludwig. „Auch wollen wir vom Strohbär und den Hexen noch mal ein großes Dankeschön an alle richten, die uns immer wieder helfen, die Tradition weiterleben zu lassen. Egal ob dies in Form von Holz, Feuertonnen, Lichterketten und Lampen, Stehtischen, Besteck, Gas oder Pfanne zum Eierbacken geschieht oder ob sie beim Auf- bzw. Abbau und beim Zubereiten der Omeletts helfen. „Auch hierbei sieht man, wie groß der Zusammenhalt in unserem Dorf ist – jeder packt mit an und hilft mit seiner Stärke, die er hat. DANKE.

„Ohne die vielen Ehrenamtlichen, wäre dies alles nie möglich – sagte einst schon Albert Einstein.

Strohbär = Robin Göltner

Strohbär-Treiber = Yannis Brand + Lauri Greb

Strohbär-Gefolge = Jörn Hofmann, Felix Schadt, Paul Greb, Luis Hofmann, Niklas Weber, Lukas Kauck, Erik Seebeck, Erik Klitsch, Fabian Schüler, Marten Biehn, Rene Deschamps

Hexen = Dorothee + Jasmin Ludwig, Lena+Emma Wiegand, Leonie Kleinschmidt, Sarah Weber, Fiona Greb, Hannah Kauck, Anna Greb, Annika Kauck, Lara Kauck

[BIGGI]