Alte Tradition gemischt mit modernem am Faschingsdienstag in Untersotzbach
Nass, Laut, fröhlich, ausgelassen und geprägt von einer spürbar starken Dorfgemeinschaft. – so erlebte man den Faschingsdienstag in Untersotzbach.
Erst gingen die Kinder Süßigkeiten sammeln und werden so zufällig von dem Strohbär-Gefolge „eingefangen“. Tja, wer den Strohbär ärgert – bekommt es mit seinem Gefolge zu tun. Auch der Strohbär, sein Gefolge und die Hexen fordern an den Haustüren nach Eiern, Speck, Blutwurst, Geld- und Trinkspenden und ziehen so durch die Straßen. Diese Tradition ist ein fester Bestandteil der Fastnachtstradition.
Die Vorbereitungen für den Strohbären fingen schon mittags an. Erst wurde der Strohbär „ermittelt“. Das Glück oder auch Leid (ije nachdem aus welcher Perspektive man es sicht) hatte in diesem Jahr Rene Deschamps. Er wurde in Stroh eingewickelt. „Da steckt viel Arbeit drin, wir müssen unseren Strohbären komplett von den Füssen bis zum Kopf in Stroh einwickeln“ – erklärt Strohbär Führer Jörn Hofmann die Mühe, die sich die die 7 Jungs machten. Geeignetes Stroh – möglichst lang und nicht vom Mähdrescher zerkleinert – bekamen sie von Alexander Bien. Das der Strohbär dann in seiner „komischen“ angeboten an einer schweren Eisenkette Art durchs Dorf schreitet, hat damit zu tun, dass er einfach nicht anders laufen kann: Die Beine und die Arme sind mit unzähligem Stroh umwickelt. Demzufolge muss er breitbeinig und mit runterhängenden Armen laufen, denn die Knie kann er nicht krümmen und die Arme nicht heben / bewegen und zusätzlich trägt er das Gewicht von ca. 10 – 20 kg. „Bei diesem Regen-Wetter saugt sich das Stroh schnell mit Wasser voll und wird noch schwerer“ – hat Louis Hofmann dann doch irgendwo ein klein wenig Mitleid mit seinem Cousin. Dann endlich nach stundenlangem Binden folgte der Marsch durch Untersotzbach mit Stopp an jedem Haus, in Begleitung zahlreicher Kinder.
Die Hexen, die sind an diesem Faschingsdienstag immer schneller unterwegs. Gut – böse Zungen behaupten auch – die haben ja auch nicht so viel Arbeit, die sind gleich fertig. Kleider an, Körbe schnappen und los geht es. Sie trafen sich bereits um 13:00 Uhr um sich gemeinsam anzukleiden, sich kräftig zu stärken und mit einem großen Schluck für die innerliche Wärme zu sorgen, bevor sie dann mit lautem schrillen Gekichere loszogen. Die Untersotzbacher Hexen sind auch ganz liebe, sie sind nicht unterwegs, um Schauer zu bringen, sondern auch Eier, Speck usw. zu sammeln.
Auf die Sotzbacher Jugend können die Bürger stolz sein, dass sie mit solchen „Aktionen“ alte Traditionen bewahren und so kamen die Bürger der Einladung nach, um gemeinsam ein paar gemütliche Stunden im Jugendraum zu verbringen. Da das Wetter nicht mitspielte, fand alles im Jugendraum statt. Die Einnahmen der verkauften Getränke gehen am Ende auch an den Jugendraum. Die Räumlichkeiten und Träume der Jugendlichen können nur realisiert werden, wenn die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Jede noch so kleine „Finanzspritze“ hilft, Räume für die „Dorfkinder“ zu bewahren.
Noch mal ein riesengroßes Dankeschön an alle Helfer, die sich – egal mit was auch immer – eingebracht haben. „Wir danken Euch. Jeder weiß wofür. Es wäre zu viel, jetzt alle einzeln beim Namen zu nennen. Aber wir hoffen, dass sich diejenigen in unserem Dankestext wiederfinden und nächstes Jahr wieder mit dabei sind. Einfach noch mal ein riesengroßes DANKESCHÖN! Auch den Untersotzbachern, die trotz des nassen Wetters sich auf den Weg in Jugendraum machten, die uns jedes Jahr die Tür öffnen, diesen Nachmittag/Abend erst ermöglichen, und um das ganze Dorf zu unterstützen, “ – das Fazit dem Orga-Team.
„DANKE für all die kleinen „Wunder“ des Alltags, die durch jeden von euch Realität werden“ – Albert Schweitzer

Niklas Weber, Louis Hofmann, Lukas Kauck, Luca Kleinschmidt, Felix Schadt, Fabian Schüler





